Papa du schimpfst! 3 Ratschläge um deine Agressionen zu transformieren.

Je mehr ich es unterdrücke, desto mehr passierts mir. Danach habe ich ein schlechtes Gewissen, verurteile mich selber dafür. Und nehme mir eben vor, es nicht mehr zu tun.

Ich sehe ein, dass das Geschimpfe absolut keinen Sinn macht. Meine Kinder oder meine Partnerin gehen einfach in den Rückzug. Sie haben Angst oder fühlen sich unwohl und versuchen, diese Situationen zu vermeiden. Statt etwas zu verbessern, verschlechtert sich die Lage. Die anderen müssen mich aushalten. Es ist keine Lösung in Sicht.

Ganz schlimm finde ich, wenn ich vorher sehe, dass ich bald ausflippe. Dann sage ich mir, nein, du bleibst jetzt ganz ruhig. Manchmal gelingt mir dies, aber manchmal, überkommt es mich und ich schimpfe los, obwohl ich nicht will. Dieses Muster scheint tief in mir verankert.

Bei mir kommt die meiste Agression dann auf, wenn ich nicht in der Lage bin, für meine Grenzen und Bedürfnisse einzustehen. Wenn ich Stress habe und mir nicht helfen kann. Bis ich irgendwann so angespannt bin, dass Wut hochkommt. Oft spüre ich meine Grenzen gar nicht so genau, und meine Bedürfnisse sind mir unklar.

Ich habe als Kind am eigenen Leib erlebt, dass Agression ein Weg ist, um Konflikte und Spannungen zu lösen. So habe ich meine Muster entwickelt, um mit meiner Spannung umzugehen. Nachdem ich das alles erkannt habe geht es mir jetzt darum, mit meinem Geschimpfe einen Umgang zu finden.

Weil sich solche Stressbewältigungsmuster normalerweise nicht so einfach wegdrücken lassen, möchte ich dir drei Tipps geben, wie du diese transformieren kannst.

Welche Grenze habe ich innerlich überschritten?

Oft spüren wir unsere Grenzen nicht so ganz genau. Weil wir nett sein wollen. Weil wir gelernt haben, uns zurückzunehmen. Weil mein Bedürfnis gar nicht soo wichtigist. Frage dich, was war meine Grenze und wann habe ich sie wahrgenommen? Versuche, dich das nächste mal daran zu erinnern und teile deine Grenze oder dein Bedürnis mit, bevor du dich nicht mehr wohl fühlst. Solange du es noch freundlich sagen kannst, bevor dein innerer Druck zu hoch ist.

Welche Agressions-Muster habe ich von meiner Familie übernommen und lebe sie unbewusst aus?

Frage dich, wo in deiner Kindheit hast du dieses Muster angenommen oder
entwickelt? Dieses Muster hat dir bis jetzt in deinem Leben geholfen. Nun wo du es erkennst, kannst du dir eine neue Reaktion aneignen. Was wäre eine bessereHandlungsweise für die Zukunft? Deine Muster verschwinden nicht einfach so, aber sie werden schwächer und spielen sich mit der Zeit nur noch innerlich ab, wenn du dir bewusst bist was du tust. Du hast Handlungsspielraum, du kannst dich immer wieder neu für dein Verhalten entscheiden! Und dein Verhalten erkennen..

Akzeptieren und Thematisieren!

Nimm dich an. Diese alten Muster hatten ihren Sinn. Sie haben dir Schutz gegeben. Akzeptiere dich darin, sieh den Nutzen, den du bis jetzt davon hattest. Du bist wederböse noch krank. Auch wenn es immer wieder passiert. Thematisiere es mit deinen Kindern oder dem/der PartnerIn. Wenns mir sowas passiert ist, dann rede ich anschliessend darüber, wenn ich innerlich wieder ruhig bin. Ich sage dass ich geschrien oder geschimpft habe. Dass ich mich nicht wohlgefühlt habe und darauf reagiert habe. Dass es mir leid tut und dass ich es nicht in Ordnung finde, aber dass es mir dennoch passiert. Ich frage sie, wie sie sich gefühlt haben und nehme Anteil an ihren Gefühlen. Dieses mitfühlen, hilft mir mein Verhalten zu ändern.

Unsere Kinder sind durch dieses Thematisieren so feinfühlig geworden, dass sie mich darauf aufmerksam machen, wenn ich schimpfe mit ihnen. Sie sind so sensibel, dass sie meine Agression spüren, selbst wenn ich noch ganz normal spreche, aber bereits eine Spannung in mir ist. „Papa du schimpfst“. Das hilft mir oft ganz schnell wieder umzuschalten, meine Spannung wahrzunehmen. Zu merken, dass meine Kinder nichts mit diesen alten Schimpfmustern zu tun haben. Versuche es, es wirkt Wunder.

Lästern über Andere

Eine andere Unart, die auch zum Thema schimpfen gehört, ist das schlecht Reden über andere. Oft passiert mir das, wenn ich jemandem meine Meinung nicht sagen kann. Ich getraue mich nicht, weil ich nicht der “Böse” sein will. Ich stehe nicht zu mir und zu meiner Wahrheit und nachher bin ich gefrustet.

Sobald ich Zuhause bin, missbrauche ich meine Partnerin als meinen Kotzkübel. Ich schimpfe und lästere über diese Leute. Zum guten Glück ist Sandra allmählich so erfahren in der Beziehung zu mir, dass sie mich stoppt. Sie sagt mir, dass sie das nicht hören will, dass ich das dort deponieren soll, wo es hingehört. Das ist eine grosse Hilfe, mir gewahr zu werden.

Es ist meine Verantwortung, wenn mir etwas nicht passt, es gleich zu sagen. Das ist oft gar nicht so einfach. Wer sagt schon gerne unangenehme Dinge zu jemandem? Wenn ich es aber in mich hineinfresse, kommt es viel schlimmer. Irgendwo kommt es wieder heraus, aber am falschen Ort.

Es ist meine Aufgabe, zu mir und meiner Wahrheit zu stehen, egal wie unangenehm das für andere sein kann. Es ist meine Aufgabe, gut zu mir und meinen Bedürfnisse zu schauen. Mir in stressigen Situationen zu helfen, den Stress und die Spannung wieder loszulassen, und zwar ohne andere dafür zu missbrauchen, indem ich sie anschreie oder loslästere.

Es ist nicht einfach, aber ich bleibe dran. Und ich merke, wie ich mich Schritt für Schritt entwickle und ausgeglichener werde. Wie ich mich aus meinen alten Programmierungen löse. Ich bin es mir und meiner Familie wert…

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Herzlich, Claudius

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